ICE 1 - der Führerstand

Allgemeines über Führerstand und Triebkopf

Das Lastenheft für den ICE sah vor, dass der Führerstand druckdicht gemacht werden soll. Deshalb wurde nunmehr besonderen Wert auf die Schweißnähte gelegt. Diese sind dichter und garantieren die druckdichte des Führerstands (vor allem bei Tunnelfahrten). Die Frontscheiben sind ca. 23 mm stark. Getestet wurde die Unzerbrechlichkeit mit einer Druckluftkanone, bei der ein Projektil mit 440 km/h auf die Scheiben geschossen wurde. Zudem sind die Frontscheiben beheizbar. Eine Wasch- und Scheibenwischanlage sorgt für den klaren Durchblick.


Die Bedientische und die Innengestaltung des Triebkopfes sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Ein Schallschluckmaterial verhindert den Außenschallpegel, insbesondere bei Tunnelfahrten. Um den gesamten Zug Schalldicht abzudichten, waren mehrere Materialien nötig. Zum einen wurden die Außenbleche (Außenwände) mit einer 3 mm starken Antidröhnmasse zum anderen mit 10 cm starkem Resonaflex (Wellfolien-Paket) beschichtet.


Akustische Signale, wie sie noch im ICE V vorhanden waren, wurden durch digitale Sprachausgaben ersetzt. So weiß der Lokführer direkt, ob eine "Störung", eine "Notbremsung" oder ähnliches vorliegt. Zudem hat der Triebfahrzeugführer zwei Bildschirme im linken Bereich im Auge. Das erste Display enthält verschiedene Masken, wie die Störungsübersicht, eine MFA-Ersatzanzeige, Batteriespannung, eine Maske für das Aufgerüstet abstellen, Zugkraft-Anzeige aller TK, Oberstrom und die Fahrdrahtspannung aller TKs. Das zweite Display ist für den Bereich Bremsen vorhanden. Hier befinden sich Hardkeys, über die die vorhanden Bremshundertstel abgerufen werden können. Weiterhin kann hier die Bremsprobe gestartet werden, es kann der Zustand der Feststellbremsen ebenso wie die Bremskräfte, der allgemeine Bremszustand (Grundbild) sowie der HL- und HBL-Druck abgerufen werden.


Geräteanordnung

Alle Geräte (bis auf zwei Ausnahmen) sind in verschlossenen Schränken im Maschinenraum untergebracht. Bei der Verteilung der Betriebsgeräte wurde besonders auf die Gewichtverteilung geachtet. Schwere Geräte wurden in der Mitte des Triebkopfes angeordnet. Diese sind beispielsweise die Stromrichter.

Je nach Steuertechnik der Stromrichter erhielten die Triebköpfe verschiedene Nummern:

Thyristor-Technik (wurden auf IGBT von ABB umgerüstet)
401 001 - 401 020 sowie 401 501 - 401 520

GTO-Technik
401 051 - 401 090 sowie 401 551 - 401 590

 

Der im Landrückentunnel verunglückte Triebzug 111 "Nürnberg" erhielt bei seiner Aufarbeitung neue IGBT-Stromrichter, die bei Versuchsfahrten getestet wurden. Einen Bericht über diese Triebköpfe gibt es hier.

Die verschiedenen Komponenten im Maschinenraum können problemlos durch einen Mittelgang erreicht werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die schweren Geräte über das Dach des Triebkopfes mit einem Kran herauszuheben. Dafür sind auf dem Dach abnehmbare Teile vorhanden. Die Fahrgäste haben keinen Zugang zum Maschinenraum.

 

Beschreibung der Bedienelemente auf dem Führerpult des ICE 1
Klicken Sie hier, um sich die Anordnung der Bedienelemente auf dem Führerpult des ICE anzusehen!