Am Morgen des 12. Oktober 2018 brannte der ICE 511 auf der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt in Höhe der Ortschaft Großmaischeid bei Dierdorf. Dank des gegenwärtigen Handelns des Zugpersonals kam der Zug an einer geeigneten Stelle und nicht im Tunnel zum Stehen, wodurch ein größeres Unglück verhindert werden konnte. Alle über 500 Reisenden wurden evakuiert, dabei erlitten fünf Personen leichte Verletzungen.
Die Triebzüge 326 und 351 waren zusammen unterwegs, der nachlaufende Triebzug 326 fing Feuer, die letzten beiden Wagen brannten dabei aus. Inbesondere der Trafowagen setzte große Hitze frei und schmolz regelrecht. Auf der Schnellfahrstrecke zwischen den Betriebsstellen Überleitstelle Willroth und Montabaur kam es in der Zeit vom 12.10.2018 bis 02.12.2018 zu erheblichen Betriebserschwernissen. Die entstandenen Sachschäden wurden auf insgesamt ca. 31.300.000 Euro geschätzt.
Bis zum Ereignis fuhr der Zug soweit ohne Auffälligkeiten. Mit einer Hauptschalterauslösung und Abschalten der Oberleitung begann das Geschehen. In diesem Moment kam es bereits zu einer hohen Hitzeentwicklung im hinteren Trafo des Triebzuges 326. Die Oberleitung wurde durch die ZES wieder eingeschaltet. Nach mehrmaligem Einschalten des Hauptschalters wurde dieser durch den Buchholzschutz gegen Wiedereinschalten gesperrt. Zeitgleich lief ein Buchholzschutz-Alarm ein und das Zub informierte den Lokführer über den Brand, wodurch er sofort anhielt.
Der Trafo geriet letztendlich durch einen Windungskurzschluss in Brand, das Trafoöl erhitzte sich enorm und ließ den Trafokessel ausbeulen, wodurch es zu Undichtigkeiten kam. An der Durchführungsbuchse des Überspannungsableiters am Trafo (bei anderen Fahrzeugen ist dieser auf dem Dach) wurde eine Undichtigkeit festgestellt, wodurch Trafoöl austreten und sich entzünden konnte. Das an dieser Stelle ausströmende Trafoöl bildete ein entzündliches Aerosol, welches sich an einem kurzschlussbedingten Lichtbogen bzw. den sehr stark erhitzen Bauteilen im Bereich der beschädigten Durchführungsbuchse des Überspannungsableiters entzündete.
Weiterhin wurden Metallpartikel im Trafoöl gefunden, die zu Teilentladungen geführt haben könnten. Der Bruch der Zugstange am Trafo war wahrscheinlich primär ursächlich für den Brand. Durch die gebrochene Zugstange und den damit möglichen Relativbewegungen innerhalb des Trafos entwickelten sich Reibflächen an der Windungsisolation. In der Folge kam es zum Windungskurzschluss. Ein Ermüdungsbruch im Bereich des Gewindes der Zugstange konnte festgestellt werden.
Als erste Maßnahme wurde das Trafoöl aller ICE 3 in den Werken filtriert, um mögliche Partikel zu entfernen. Weiterhin wurden Ölproben gezogen und weitere Maßnahmen wie Öltausch oder sogar Tausch von Haupttransformatoren eingeleitet. Ölumwälzpumpen wurden kontrolliert und bei einer IS 600 getauscht und das Trafoöl wurde letztendlich bei den Fahrzeugen ausgetauscht.