ICE 3neo - Kupplungen

    Die Baureihe 408 verfügt über ein mehrstufig ausgelegtes Kupplungskonzept, das automatische Zugbildung im Regelbetrieb, dauerhafte Wagenverbindungen innerhalb der Einheit sowie flexible Abschleppfähigkeit im Störungsfall sicherstellt. Mechanisch und Elektrisch ist der 408 artrein kuppelbar. Eine Kuppelbarkeit mit dem 407 war zwar angedacht, wurde aber verworfen, weil Softwarestrukturen wie die Leittechnik zu unterschiedlich waren. Mechanisch kann jedoch, wie bei anderen Baureihen auch, jedes Fahrzeug mit einer höhengleichen Scharfenbergkupplung gekuppelt werden, beispielsweise im Abschleppfall.

    Automatische Bugkupplung
    An beiden Zugenden ist eine selbsttätige automatische Mittelpufferkupplung integriert. Beim Kuppelvorgang erfolgt die mechanische, elektrische und pneumatische Verbindung in einem Schritt. Sämtliche Energie-, Steuer- und Druckluftleitungen werden automatisch gekuppelt.

    Eine pneumatisch arbeitende Mittenstelleinrichtung sorgt für die präzise Zentrierung der Kupplungsköpfe und gewährleistet damit reproduzierbare Kuppelvorgänge auch unter erschwerten Bedingungen. Zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit bei winterlichen Witterungsverhältnissen sind die Stirnflächen der Kupplungsköpfe beheizt. Die integrierte Heizung verhindert Eis- und Schneebildung und reduziert damit das Risiko von Fehlkupplungen. Für Störungsfälle ist eine manuelle Entkupplung über einen mechanischen Seilzug vorgesehen. Dadurch bleibt die Trennbarkeit der Fahrzeuge auch bei Ausfall elektrischer oder pneumatischer Systeme möglich.

    Im Bugraum oberhalb der automatischen Kupplung befinden sich LED-Leuchten zur Anzeige der Kuppelbereitschaft, die IS-Kupplung (UIC-Kupplung) sowie ein Drucktaster zur Steuerung der Bugraumbeleuchtung. Zusätzlich ist eine E-Kupplung für das Betreibernetzwerk integriert. Diese fährt beim Kuppelvorgang zeitlich versetzt nach dem Vorfahren der seitlichen E-Kupplungen aus. Der Triebfahrzeugführer kann das Ausfahren über den Absperrhahn „E-Kupplung/Mittenstelleinrichtung“ am Kupplungskopf unterbinden. Mit demselben Absperrhahn wird auch die Mittenstelleinrichtung deaktiviert.

    Kurzkupplungen
    Innerhalb des achtteiligen Zugverbands sind die Wagen über dauerhafte Kurzkupplungen miteinander verbunden. Diese gewährleisten eine spielfreie, kraftschlüssige Verbindung mit optimierter Kraftübertragung zwischen den Wagenkästen.Ein Trennen der Kurzkupplungen ist ausschließlich im Rahmen von Instandhaltungsmaßnahmen durch qualifiziertes Fachpersonal vorgesehen.

    Übergangskupplung (Abschleppkupplung)
    Für Notfälle steht eine Übergangskupplung zur Verfügung, die beim Abschleppen eines nicht betriebsfähigen Triebzugs eingesetzt wird. Sie stellt die mechanische Verbindung zwischen dem Zughaken einer Hilfslokomotive und dem Triebzug her. In die Übergangskupplung integrierte Luftschläuche ermöglichen zusätzlich die Verbindung der Hauptluftleitung (HL) und der Hauptluftbehälterleitung (HBL) zwischen Lokomotive und Triebzug, sodass die Bremsanlage weiterhin funktionsfähig bleibt. Die Übergangskupplung ist unterflur hinter einer Seitenklappe in den Transformatorwagen 02 und 07 untergebracht und damit im Bedarfsfall schnell zugänglich.